Must Haves 2020 • Der Bauch hat immer Recht

Ein jeder weiß, was ich damit meine.

Und warum der Bauch immer Recht hat, erkläre ich gleich.

Im Jänner diesen Jahres hatte ich plötzlich den Impuls, mir alle möglichen Masken aus Stoff im Internet anzusehen, inklusive Maßangaben, Anleitungen und so weiter. Immer wieder ist dieser Gedanke aufgepoppt, doch ich schob ihn beiseite. Zwischendurch habe ich ab und zu darüber mit anderen Leuten geschrieben oder geredet. Trotzdem wehrte ich mich dagegen, diesem Impuls zu folgen - Bis ich Anfang März via Messenger von einer ganz lieben Kundin darum gebeten wurde. Ab da an habe ich mich hinter die Nähmaschine gesetzt.


Die Must Have Version 1.0 ist entstanden. Gleich mal 20 Stück. Yeaaaah!

Noch bevor ich angefangen habe, die Masken zu nähen, waren sie alle wie warme Semmeln ausverkauft.

Während der Arbeit trudelten permanent Anfragen wegen diesen Stücken herein, weswegen ich begann, eine Liste zu schreiben.

Die erste Version hat irre lang gedauert, weil ich jedes Stück extra heften musste.

In der Zwischenzeit wurde meine Maskenproduktion durch die Nennung auf der Seite von Shoppingguide Austria bekannt.

Als nächstes startete ich die Version 2.0.

Diesmal waren 60 Stück geplant, zumindest am Anfang.

Da ich bei der Version 1.0 so viel Schrägband gebraucht hab, war dieses natürlich weg. Die Etiketten dito. Der Drucker hatte ebenfalls wenig Tinte.

Lock down! Oh Schreck! Jetzt verstand ich, warum ich all die Monate so viel meditiert habe.

Graustufen-Modus und keine Etiketten war ja noch easy, der Beschluss die Bänder selbst zu machen, war aber etwas gewagt, in Anbetracht der Tatsache, dass es letztendlich noch weit über 80 Stück geworden sind. Obendrein hab ich keinen Schrägbandformer.

Schnell habe ich also Onkel Google gefragt, welche DIYs es dazu gibt und bin auch sehr schnell fündig geworden.

4 Hutnadeln im Bügelbrett. Bei über 160 Bändern sieht dieses

jetzt ziemlich mitgenommen aus. Die Nadelköpfe sind teilweise angesengt.

Am Bezug ein dunkler Fleck vom Bügeleisen und mitten durch ein heller Streifen. Während dem Nähen habe ich die Version 2.0 für wenig effizient empfunden, trotzdem musste ich da jetzt durch. Die Bänder bescherten mir Brandblasen, Kratzer von den Nadeln etc., noch dazu arbeitete ich teilweise bis in die frühen Morgenstunden.

Zwischendurch habe ich jeden Menschen, der bei mir bestellt hat freilich die Maske selbst aussuchen lassen, doch wegen der diffusen Situation waren viele unregelmäßig online zu erreichen. Schließlich hat dann ein Päckchen nach dem anderen endlich die Reise angetreten. Ich habe es vorgezogen Abends ins SB Foyer der Post zu gehen um die Pakete aufzugeben. Irgendwann bin ich auch auf den Trichter gekommen, dass die Post-App echt nützlich ist und habe plötzlich riesigen Spaß daran gehabt, die QR-Codes zu scannen.

Dabei bemerkte ich auch, dass sich das eine oder andere Päckchen laut App nicht von der Stelle gerührt hatte. Die wildesten Szenarien haben sich in meinem Kopf abgespielt.

Mit Schlafmangel ist es wenig ratsam auf sowas reinzukippen. Nach zwei Telefonaten mit der Post, die womöglich im Homeoffice stattgefunden haben (das ist eine Vermutung), hatte ich herausgefunden, dass so viele Päckchen wie zu Weihnachten im Umlauf waren. Nur mit dem feinen Unterschied, dass dies überraschend gekommen ist und das Unternehmen nicht darauf vorbereitet war.

So, wie ich. Und viele andere...

Egal.

Kaum war ich fertig mit der Version 2.0 hat es mich richtig in den Fingerspitzen gejuckt und ich nähte eine Maske, wie ich sie mir vorstelle.

Weit entfernt von dem, was ich davor gemacht habe.

Und kaum war diese online, war sie auch schon wieder verkauft.

Zugegeben, ich habe mich gefühlt wie im Schlaraffenland.